Zweifelhaftes Sponsoring der ZKB

Ende Mai haben die Kantonsräte Erich Vontobel, René Isler und Maria Rita Marty die Offenlegung der Sponsoringleistungen der Zürcher Kantonalbank verlangt. Die nun eingegangenen Antworten der ZKB stellen der Bank aus unserer Sicht keine guten Noten aus.

Von Sekretariat EDU Kanton Zürich

Die Kantonsräte wollten wissen: Warum unterstützt die ZKB das jährlich stattfindende «Zurich Pride Festival», wenn sie doch gemäss ihrer Website keine Einzelveranstaltungen, wie beispielsweise Festivals unterstützt? Die ZKB relativiert ihre Angaben und sagt: «Einzelveranstaltungen unterstützen wir, wenn sie Interessen unseres Kerngeschäfts dienen oder bestehende Sponsoringpartnerschaften sinnvoll ergänzen.» Was das Homo-Festival mit dem Kerngeschäft einer Bank zu tun hat oder wie damit «Sponsoringpartnerschaften ergänzt werden», konnte die Bank aber nicht sagen.

Weiter fragten die Kantonsräte: Warum unterstützt die ZKB das Pride Festival, welches explizit für die «Ehe für alle» warb, worüber am 26. September 2021 abgestimmt wurde, wenn sie doch auf ihrer Website versichert, dass keine politischen Aktivitäten unterstützt werden? Die ZKB gibt zu, dass ihr bekannt war, dass das diesjährige Motto des Festivals «Trau Dich! Ehe für alle jetzt!» lautete. Dass sie mit ihrem Sponsoring eine Abstimmungskampagne mitfinanzierte, ist der Bank natürlich klar. In ihrer Antwort flüchtet sie sich darum in allgemeine Beteuerungen, indem sie schreibt: «Als eine der Sponsorinnen nimmt die Zürcher Kantonalbank keinerlei Einfluss auf die Wahl des jeweiligen Mottos. Dies entspricht der üblichen Praxis im Sponsoring, sich nicht in das Programm von unterstützten Institutionen einzumischen.» Sie behauptet weiter, dass sie sich mit ihrem Sponsoring der Abstimmungskampagne des Festivals «neutral verhalte», was ihrem Grundsatz entspreche, «sich als öffentlich-rechtliches Unternehmen in allgemeinen politischen Fragen zurückzuhalten».

Eine Interne Untersuchung wäre angebracht

Es war richtig, das ZKB-Sponsoring kritisch zu hinterfragen, denn es ist keineswegs so blütenweiss, wie es sein sollte. Die Bank ist sich bewusst, dass sie mit ihrer Unterstützung des Pride Festivals ihre eigenen Standards verletzt und versucht dies mit Ausflüchten zu kaschieren. Eine bankinterne Untersuchung wäre angebracht.