Nach mir die Sintflut
Friede und Sicherheit für mich, meine Nachkommen sind mir egal
Pfr. Jann Flütsch des. Geschäftsführer EDU Kanton Zürich
«Zu dieser Zeit sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der König von Babel, Brief und Geschenke an Hiskia; denn er hatte gehört, dass Hiskia krank gewesen war. Hiskia aber freute sich über die Boten und zeigte ihnen das ganze Schatzhaus, Silber, Gold, Spezerei und das beste Öl und das Zeughaus und alles, was an Schätzen vorhanden war. Es war nichts in seinem Hause und in seiner ganzen Herrschaft, was ihnen Hiskia nicht zeigte.» 2. Könige 20,12f
Man merkt schon zu Beginn dieser Erzählung: Das kommt nicht gut! Dieses blauäugige Vertrauen des israelitischen Königs Hiskia gegenüber der Grossmacht Babel wird unangenehme Folgen haben. Und genau diese werden ihm in den nächsten Versen vom Propheten Jesaja auch angekündigt:
«Siehe, es kommt die Zeit, dass alles nach Babel weggeführt werden wird, was in deinem Hause ist und was deine Väter gesammelt haben bis auf diesen Tag, und es wird nichts übrig gelassen werden, spricht der HERR. Dazu werden von den Söhnen, die von dir kommen, die du zeugen wirst, einige genommen werden, dass sie Kämmerer seien im Palast des Königs von Babel.» Vers 17f
Grund für Sorge, könnte man annehmen. Doch nicht für Hiskia. Er denkt nur an sich und sagt zu Jesaja: «Das Wort des HERRN ist gut, das du geredet hast; denn er dachte: Es wird doch Friede und Sicherheit sein zu meinen Zeiten.» Vers 19
Es hat sich dann zwar alles bewahrheitet – das Verderben kam tatsächlich erst nach Hiskias Tod über Israel. Aber die auffällig egoistische Haltung Hiskias ist ein warnendes Beispiel, das wir uns heute zu Herzen nehmen müssen. Wenn heute andere Länder, die grösser und stärker sind als wir, mit «Briefen und Geschenken» uns freundlich begegnen, dann sollten wir ihnen nicht gleich unser «ganzes Schatzhaus» zeigen, um im Bild zu bleiben. Es sei denn, uns wäre egal, «was unsere Väter gesammelt haben» und was mit unseren Söhnen dereinst passiert.