Ideologische Unterwanderung der Gymnasien
Am 1. August ist ein neuer Rahmenlehrplan für die Gymnasien eingeführt worden. Dabei gewinnt ein überfachlicher Unterrichtsbereich an Bedeutung: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE, wie bereits im Lehrplan 21). Daran sollen sich alle Fächer orientieren. Im Grunde geht es dabei um nachhaltig verordnete Ideologien.
Lisa Leisi, Präsidentin EDU Kanton St. Gallen
Thematisiert werden sollen unter anderem die «Überschreitung der planetaren Belastungsgrenzen», Rassismus, soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten sowie unfaire Verteilungen der Chancen zwischen den Geschlechtern. Damit sollen die Schüler befähigt werden zu verantwortungsbewusstem Handeln zum Schutz der Umwelt sowie zum Einsatz für eine Wirtschaft «hin zu einer gerechten Gesellschaft, die Menschen aller Geschlechteridentitäten in ihrer kulturellen Vielfalt stärkt.»
Abkehr von Wissenschaft
Im Fach Englisch soll zum Beispiel «Offenheit gegenüber der Welt» eine fachliche Kompetenz werden. Es geht um Werte und Haltungen, die auch benotet werden sollen. Wie beim Lehrplan 21 ist die Urheberin der Neuerungen die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). Nach dem Bericht vom 6. August in der Neuen Zürcher Zeitung gibt es kaum Widerstand aus den einzelnen Kantonen. Und doch wird berichtet, dass der Kanton Luzern Protest einlegte und von einer «eigenen bildungspolitischen Agenda» sprach, während Obwalden tendenziöse Formulierungen bemängelte. Der Thurgau forderte zudem, der Unterricht müsse auf rein wissenschaftlichen und nicht auf moralischen Kriterien basieren. Für die Umsetzung des Rahmenlehrplans haben die Kantone fünf Jahre Zeit.
Hin zu Ideologien
Es dürfte klar sein, dass diese sogenannte «Bildung für nachhaltige Entwicklung» vor allem rot-grüne Ideologien, sprich Gehirnwäsche beinhaltet und damit ein Freibrief für links verortete Lehrpersonen sein wird. Damit wird die freie Meinungsbildung zunehmend gefährdet. Beispielsweise bietet die Fachhochschule Nordwestschweiz angehenden Lehrern den Kurs «Bye Bye Sexismus und Co.» an. Dort lernen die Teilnehmer, dass Mädchen unter verbreiteten Geschlechtsstereotypen leiden würden. Ein Ziel ist deshalb, nicht zwischen Mädchen und Buben zu unterscheiden und Klischees von bürgerlichen Kleinfamilien zu brechen. Schlussendlich soll die wissenschaftlich belegte Zweigeschlechtlichkeit negiert werden.
«Geschaffene Tatsachen»
Die an Schulen, in Medien und sozialen Plattformen geförderte Diversität dürfte unter anderem zu weiteren Zunahmen von Trans-Selbstdiagnosen führen und als Ausdruck der Liberalisierung und verbesserten Aufklärung gefeiert werden. Mit fatalen Auswirkungen, wie am 15. November im Toggenburger Tagblatt unter dem Titel «Ein Viertel der Jugend fühlt sich queer» berichtet wurde. Die dort zitierten jungen Menschen sind offen für alles und probieren entsprechend aus. Queere Jugendliche hätten häufig psychische Probleme und dass so viele in der Psychiatrie landen, sei vermutlich kein Zufall – wegen Mobbing etc. Allerdings ist gut untersucht, dass psychische Probleme häufig schon vor Anzeichen einer Genderdysphorie da waren. Was, wenn einfach versucht wird, die Ursache und Lösung dieses Problems mit dem sogenannten «Queer-Sein» zu begründen und zu beheben?
Die Folgen der Geschlechterverwirrungen werden noch vielfältige, unheilvolle Auswirkungen auf die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft haben. Leider will man davon vorläufig nichts wissen. Menschen mit anderen Überzeugungen brauchen an Gymnasien – und nicht nur dort – zunehmend viel Mut und Kraft, um ihren Ansichten trotz Angriffen und Benachteiligungen treu zu bleiben.